Was sind die Vorteile der “Breadcrumb Navigation”?

Was sind die Vorteile der “Breadcrumb Navigation”?

Wer kennt es nicht, das klassische Grimm-Märchen “Hänsel und Gretel”? Zwei Geschwister, die im Wald ausgesetzt wurden, hinterlassen Brotkrümel, um den Weg nach Hause zu finden. Die Kinder werden von einer menschenfressenden Hexe entführt, aber es gelingt ihnen, zu entkommen und sich einen Weg aus dem Wald zu bahnen. Was ist die Verbindung zwischen diesem düsteren Märchen und Webdesign? Ganz einfach: Auch das World Wide Web und besonders komplexe Websites können manchmal wie ein riesiger dunkler Wald wirken. Bei der Navigation durch große Onlineshops oder komplexe Webportale wünschen sich verirrte Nutzer/innen vielleicht Breadcrumbs, die ihnen helfen, den Weg zurück zu übergeordneten Seiten zu finden. Genau dafür gibt es die Breadcrumb-Navigation. Erfahre mehr über die Breadcrumb-Navigation, wie ein Breadcrumb-Trail aussehen sollte und was er für die Benutzerfreundlichkeit und die Suchmaschinenoptimierung einer Website bedeutet.

 

Was genau ist eine Breadcrumb-Navigation?

Die Breadcrumb-Navigation ist ein sekundäres Navigationselement, das in Verbindung mit den traditionellen Menüs am oberen Rand einer Website funktioniert. Sie hilft den Nutzern in mehrfacher Hinsicht, sich besser zu orientieren: Zum einen können die Nutzer mit der Breadcrumb-Navigation immer sehen, wo sie sich auf der Website befinden, und zum anderen zeigt sie in der Regel auch, welcher Weg zu den übergeordneten Bereichen führt. Der Breadcrumb-Trail ordnet die einzelnen Stationen logisch, sequentiell und meist hierarchisch an. Die Nutzer/innen navigieren von der Startseite über die Kategorieseiten zu den einzelnen Inhalten. Der Brotkrümelpfad verbindet alle diese Stationen miteinander. So können die Nutzer/innen in der Struktur der Website navigieren und mit einem einzigen Klick zurückkehren.

Brotkrumen auf Websites erfüllen also denselben Zweck wie die Brotkrumen im Märchen, mit dem wichtigen Unterschied, dass sie nicht von Vögeln aufgenommen werden können, was es für Hänsel und Gretel schwierig macht, den Weg zurück ins Märchen zu finden. Eine Brotkrümelnavigation kann auf verschiedene Arten dargestellt werden: Pfeilsymbole oder das Größer-als-Zeichen (>) sind gängige Trennzeichen, die auch die Hierarchie der Website darstellen. Beliebt sind auch grafische Schaltflächen in Form von Pfeilen. Dies führt in der Regel zu einem Pfad, der in etwa folgendem Schema entspricht:

Aktuelle Position > Startseite > Kategorie

Zwischen der Startseite und der aktuellen Position gibt es auf besonders komplexen Websites häufig zusätzliche Kategorien und Unterkategorien. Da die Position und der Pfad zur Startseite nach dem obigen Schema angezeigt werden, wird die Breadcrumb-Navigation auch als Location Breadcrumb bezeichnet. Der Pfad-Breadcrumb ist eine weitere, aber weniger verbreitete Anzeigevariante, die sich auf den eigentlichen Klickpfad und nicht auf die Position konzentriert, was auf komplexen Seiten schnell verwirrend werden kann. Der Pfad-Breadcrumb bildet das unregelmäßige Browsing-Verhalten des Nutzers auf der Website ab. Diese Variante könnte die folgende Form haben:

Startseite > Kategorie 1 > Kategorie 2 > Startseite

Eine dritte Möglichkeit sind die kategorie- oder attributbasierten Breadcrumbs: Diese sind im E-Commerce-Sektor weit verbreitet, vor allem in Online-Shops. Sie zeigen dem Nutzer die Kategorie der aktuell geöffneten Seite sowie die zugewiesenen Attribute an. Diese werden anhand von Metainformationen ermittelt. Eine Jeans gehört zum Beispiel zur Kategorie Hosen, kann aber auch die Attribute “blau” und “Größe 32” haben:

Startseite > Herrenbekleidung > Hosen > Jeans > Blau > Größe 32

Fakt

Breadcrumbs werden in drei Arten unterteilt: Standort-, Pfad- und Kategorie- oder Attribut-Breadcrumbs. Die Standort-Breadcrumbs zeigen die Position auf der Website an, die Pfad-Breadcrumbs den zurückgelegten Weg und die Attribut-Breadcrumbs die ausgewählten Kategorien und Filteroptionen.

 

Benutzerfreundlichkeit und Breadcrumb-Navigation

Manche mögen sich fragen, warum eine Breadcrumb-Navigation notwendig ist, wenn es doch Menüleisten gibt, durch die man navigieren kann. Außerdem verfügt jeder gängige Browser über Schaltflächen zum Vorwärts- und Rückwärtsblättern. Diese Elemente ermöglichen die Navigation, aber sie können in manchen Fällen umständlich und kompliziert sein. Schließlich ist eine der wichtigsten Regeln für gutes User Experience Design: Je weniger Klicks die Nutzer/innen benötigen, desto besser ist das Nutzererlebnis. Das gilt besonders für die Navigation. Es gibt fast nichts Ärgerlicheres, als ständig auf den “Zurück”-Pfeil im Browser klicken zu müssen, wenn man zurückspringt, oder eine Kategorie in der Menüleiste noch einmal von vorne durchblättern zu müssen.

Außerdem wissen die Nutzer/innen dank der Breadcrumbs immer, wo sie sich auf der Website befinden: Bei der Breadcrumb-Navigation sind die Hierarchie und die Struktur der Seite viel deutlicher zu erkennen als bei einer einzelnen Menüführung. Selbst wenn Nutzer/innen über einen externen oder internen Link auf die Zielseite gelangen und nicht von der Startseite zur aktuellen Position navigiert haben, können sie mit einem kurzen Blick auf die Breadcrumb-Navigation sehen, wo sie sich befinden. Das ermutigt die Nutzer/innen dazu, die Seite zu erkunden und senkt das Risiko, dass sie abspringen: Die übergeordnete Kategorie ist nur einen Klick entfernt, und dank der Breadcrumb-Navigation ist keine neue Suchanfrage erforderlich. Dies bindet auch Nutzer/innen, die über externe Links von anderen Seiten oder Suchmaschinen auf die Unterseite gelangt sind.

Ein weiteres Argument für sie ist, dass es in der Regel schnell und einfach ist, eine Breadcrumb-Navigation zu erstellen und in eine Website zu integrieren. Im Vergleich zum Aufwand, der damit verbunden ist, ist der Nutzen für das Nutzererlebnis enorm. Sie ist unauffällig und fügt sich in fast jedes Design ein. Selbst wenn nur ein Teil der Besucher/innen sie nutzt, stört sie die übrigen Nutzer/innen in der Regel nicht. Daher gibt es nur wenige Argumente, die gegen ein Breadcrumb-Design sprechen. Brotkrümel als Sekundärnavigation sind nur für Websites mit einer sehr flachen Hierarchie sinnvoll.

 

Breadcrumb-Navigation: Aus Sicht der Suchmaschinenoptimierung

Was für den Nutzer von Vorteil ist, ist auch für die Suchmaschinen von Vorteil. Dieser Grundsatz des Online-Marketings gilt auch für die Breadcrumb-Navigation: Anstelle einer langen und verwirrenden URL werden in den Google SERPs inzwischen gelegentlich Breadcrumbs angezeigt. Breadcrumbs werden von den Suchmaschinen offensichtlich als positives Signal gewertet: Ihre Ansicht zeigt dem Nutzer, was ihn erwartet und wo er landen wird, noch bevor er die Website besucht.

Wenn du dir die Namen der einzelnen Breadcrumbs ansiehst, wirst du den zweiten wichtigen Vorteil für die Suchmaschinenoptimierung erkennen: Die Breadcrumb-Navigation bietet eine hervorragende Möglichkeit, ganz natürliche interne Links mit relevanten Keywords zu unterstützen. Ein logisch strukturiertes Webdesign mit Breadcrumbs macht es für Nutzer/innen und Suchmaschinen-Crawler einfacher, die Struktur und Relevanz einer Website zu verstehen. Crawler folgen den internen Links und nehmen die gefundenen Seiten in den Suchmaschinenindex auf. Im Idealfall führt dies zu einem höheren Seitenranking. Eine bessere Navigation wiederum sorgt im Idealfall dafür, dass die Besucher/innen länger auf der Seite bleiben: Außerdem sind die Verweildauer und die Absprungrate wichtige Rankingfaktoren für Suchmaschinen.

 

Fazit

Die Brotkrümelnavigation kann das Nutzererlebnis auf komplexen Websites mit vielen Kategorien und Unterkategorien erheblich verbessern. Sie verbessert die Benutzerfreundlichkeit, bietet eine schnelle Orientierung in der Seitenstruktur und passt zu den meisten Designs. Auch aus SEO-Sicht lohnt sich die Implementierung, da die Zahl der natürlichen internen Links steigt und die Breadcrumb-Navigation die URL in den Google SERPs ersetzen kann. Voraussetzung ist eine logische und sinnvolle Umsetzung, die dem Nutzer einen Mehrwert bietet und richtig integriert ist. Websites mit sehr flachen Hierarchien benötigen dagegen selten eine Breadcrumb-Navigation.